Aspekte deutscher Außenpolitik
Mit dem Fall der Mauer ist die deutsche Außenpolitik vor eine doppelte Herausforderung gestellt worden: Zum einen musste sie nun das vereinte Deutschland - die "normale Nation" (Wolfgang Schäuble) - vertreten, zum anderen musste sie sich in eine Welt einfügen, die über die Umbrüche der Post-Cold-War-Phase am 11.9.2001 in die "Post-Post-Cold-War"-Periode (Richard Haass) eintrat.
Bisher konnte sich keine klar erkennbare außenpolitische Grundstrategie herausbilden, wie sie beispielsweise seinerzeit in der "Ostpolitik" der Regierung Brandt bestanden hätte; statt dessen muss sich die deutsche Außenpolitik an unterschiedlichsten Fronten abarbeiten.
In diesem (zweiwöchig vom 12.10.2004 bis zum 25.1.2005 jeweils dienstags von 13.00 bis 16.20 Uhr [!!!!] in Raum BEY/117/Z stattfindenden) Seminar sollen einige der aktuellen Herausforderungen und Fragestellungen aufgegriffen werden. Zunächst werden dazu Konzepte, Akteure und Prozesse diskutiert werden; anschließend sollen drängende Problemfelder beleuchtet werden. Zum Abschluss wird einigen Studierenden die Möglichkeit gegeben, das Erlernte im Rahmen eines Bundestagspraktikums weiter zu vertiefen.
Grundvoraussetzung für die Teilnahme ist die VORHERIGE (!!!) Lektüre von Deutschlands neue Außenpolitik (Bd. 1/Grundlagen, hrg. von Karl Kaiser und Hanns W. Maull, Bd. 4/Institutionen und Ressourcen, hrg. von Wolf-Dieter Eberwein und Karl Kaiser) sowie des Aktionsplanes "Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung" (www.auswaertiges-amt.de/www/de/aussenpolitik/friedenspolitik/ziv_km/aktionsplan.pdf); ferner sollten alle Teilnehmer den jeweils donnerstags erscheinenden newsletter von www.deutsche-aussenpolitik.de beziehen und regelmäßig durchsehen.
In einem ersten Block (Sitzungen 1 und 2, 12.10. und 2.11.2004) werden anhand der "Pflichtlektüre" im Plenum die wesentlichen Begriffe und Konzepte deutscher Außenpolitik diskutiert. Im darauffolgenden Block sollen besondere Themen und die deutsche Außenpolitik gegenüber zentralen Partnern, Nachbarn und Institutionen sowie schließlich auch in wesentlichen Krisenregionen beleuchet werden.
Themen (16.11.2004):
Rüstungskontrolle, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Terrorbekämpfung (u. a.).
Regionen/Institutionen (30.11.2004):
Deutschlands Rolle in den Vereinte Nationen/Reform der UN, Europäische Sicherheitspolitik, die Europäische Integrationsprozesse, Transatlantische Beziehungen (u. a.).
Krisenregionen (14.12.2004):
Deutschland und das Konfliktmanagement im Nahen und Mittleren Osten, Deutschlands Beziehungen zu Osteuropa und Russland, Deutschlands Afghanistan-Politik, Deutschlands Balkanpolitik, Deutschlands Afrikapolitik.
Weitere Themen/"soft issues" (11.1.2005):
Deutschlands auswärtige Kulturpolitik, Deutschlands Entwicklungshilfepolitik (u. a.).
Abschlusssitzung (25.1.2005).
Das Programm erlaubt die Öffnung für weitere Themen.
Für den Leistungsnachweis ("Schein") sind die regelmäßige Teilnahme, die gewissenhafte Vor- und Nachbereitung - möglicherweise auch in Form kurzer Papiere oder gehaltvoller Sitzungsprotokolle, auf jeden Fall aber in Form der vorherigen Lektüre der "Pflichtliteratur" -, das Verfolgen der außenpolitischen Entwicklungen in Deutschland sowie die Anfertigung einer Abschlussarbeit Voraussetzung.
Die Sprechstunden finden an den Montagen vor den jeweiligen Sitzungen in der Zeit von 15.30 bis 16.30 Uhr in den Räumen des Lehrstuhls Internationale Politik statt. Um eine vorherige Anmeldung (mit Angabe des Gesprächsthemas) wird gebeten.